Nachhaltige Platzwahl im Tennisverein - vereine
Nachhaltige Platzwahl im Tennisverein – Was die Ökobilanz von Tennisplatzbelägen für Vereine bedeutet
Warum lohnt sich ein Blick auf die Ökobilanz?
Wenn Vereine über die Sanierung oder den Neubau von Tennisplätzen nachdenken, stehen meist Kosten, Spielverhalten, Pflegeaufwand und Nutzungsdauer im Mittelpunkt. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Wasserverfügbarkeit, Ressourceneinsatz und Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung.Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung hat erstmals verschiedene Tennisplatzbeläge hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen analysiert. Es werden nicht nur einzelne Umweltaspekte wie Wasserverbrauch oder Materialeinsatz betrachtet, stattdessen werden verschiedene Platzsysteme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg analysiert – von der Herstellung über Bau und Nutzung bis zur Instandhaltung. Dadurch wird sichtbar, an welchen Stellen die größten Umweltwirkungen eines Platzes tatsächlich entstehen. Ziel war es, herauszufinden, welche Auswirkungen Bau, Material, Pflege und Nutzung verschiedener Platzsysteme auf die Umwelt haben und welche Faktoren dabei besonders relevant sind. Die Ergebnisse liefern Vereinen eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage für zukünftige Platzbauprojekte.
Die Untersuchung ging zwei zentralen Fragen nach:
Betrachtet wurden fünf unterschiedliche Tennisplatzsysteme:
- Welche Umweltwirkungen entstehen durch verschiedene Tennisplatzbeläge?
- Wie können Vereine die Ergebnisse für ihre Platzentscheidung nutzen?
Betrachtet wurden fünf unterschiedliche Tennisplatzsysteme:
- Ziegelmehlplatz
- Ganzjahresziegelmehlplatz
- Künstlicher Sandplatz
- Hartplatz
- Kunstrasenplatz
Die Studie nutzte die Methode der Ökobilanzierung. Dabei werden Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts betrachtet.
Berücksichtigt wurden:
✅Rohstoffgewinnung
✅Herstellung der Materialien
✅Platzbau
✅Nutzung und Pflege
✅Instandhaltung
Nicht berücksichtigt wurden:
❌ Rückbau und Entsorgung der Plätze.
Um die Systeme fair vergleichen zu können, wurden alle Ergebnisse auf eine Nutzungsstunde eines Tennisplatzes bezogen. Dadurch fließen Lebensdauer und Nutzungsintensität direkt in die Bewertung ein.
Berücksichtigt wurden:
✅Rohstoffgewinnung
✅Herstellung der Materialien
✅Platzbau
✅Nutzung und Pflege
✅Instandhaltung
Nicht berücksichtigt wurden:
❌ Rückbau und Entsorgung der Plätze.
Um die Systeme fair vergleichen zu können, wurden alle Ergebnisse auf eine Nutzungsstunde eines Tennisplatzes bezogen. Dadurch fließen Lebensdauer und Nutzungsintensität direkt in die Bewertung ein.
Die Untersuchung zeigt, dass sich die Beläge weniger durch die Art ihrer Umweltwirkungen unterscheiden als durch die Ursachen dieser Umweltwirkungen. Während beim klassischen Ziegelmehlplatz vor allem Bewässerung und Pflege ins Gewicht fallen, entstehen die größten Umweltwirkungen bei anderen Platzsystemen häufig bereits durch Herstellung und Materialeinsatz.
Die Studie zeigt:
Die Studie zeigt:
- Beim Ziegelmehlplatz entstehen die größten Umweltwirkungen während der Nutzung – insbesondere durch Bewässerung und Pflege
- Beim Ganzjahresziegelmehlplatz und Hartplatz wirken sich vor allem PU-Bindemittel und SBR-Gummi in der elastischen Basisschicht aus
- Beim Kunstrasen und künstlichen Sandplatz ist vor allem die Unterkonstruktion mit Asphaltschicht relevant
Entscheidungshilfe
Welche Lösung passt zu eurem Verein?
Die Ökobilanz zeigt: Es gibt nicht den einen ökologisch besten Tennisplatz. Entscheidend ist, welche Ziele euer Verein verfolgt. Möchtet ihr Wasser sparen, den Pflegeaufwand reduzieren, ganzjährig spielen oder besonders auf Materialien achten? Die folgende Übersicht hilft euch, die untersuchten Beläge anhand zentraler Vereinsziele einzuordnen.
Die Ökobilanz zeigt: Es gibt nicht den einen ökologisch besten Tennisplatz. Entscheidend ist, welche Ziele euer Verein verfolgt. Möchtet ihr Wasser sparen, den Pflegeaufwand reduzieren, ganzjährig spielen oder besonders auf Materialien achten? Die folgende Übersicht hilft euch, die untersuchten Beläge anhand zentraler Vereinsziele einzuordnen.
Handlungsempfehlungen für Vereine
Unabhängig davon, für welchen Belag sich ein Verein entscheidet, zeigen die Ergebnisse mehrere Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz:
Recyclinganteile prüfen:
Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere Materialien wie PU-Bindemittel, SBR-Gummi und verschiedene Kunststoffkomponenten einen wesentlichen Einfluss auf die Umweltwirkungen von Tennisplatzsystemen haben. Dies betrifft insbesondere Ganzjahresziegelmehlplätze und Hartplätze, aber auch weitere Belagsysteme mit Kunststoffanteilen. Als besonders einflussreiche Materialien identifiziert die Studie unter anderem Asphalt, PU-Bindemittel, PU-Beschichtungen sowie SBR-Gummi. Diese Materialien tragen bei mehreren Belagsystemen wesentlich zu den Umweltwirkungen bei.
Das können Vereine konkret tun:
Die Untersuchung zeigt, dass insbesondere Materialien wie PU-Bindemittel, SBR-Gummi und verschiedene Kunststoffkomponenten einen wesentlichen Einfluss auf die Umweltwirkungen von Tennisplatzsystemen haben. Dies betrifft insbesondere Ganzjahresziegelmehlplätze und Hartplätze, aber auch weitere Belagsysteme mit Kunststoffanteilen. Als besonders einflussreiche Materialien identifiziert die Studie unter anderem Asphalt, PU-Bindemittel, PU-Beschichtungen sowie SBR-Gummi. Diese Materialien tragen bei mehreren Belagsystemen wesentlich zu den Umweltwirkungen bei.
Das können Vereine konkret tun:
- Welche Materialien werden tatsächlich verbaut – und gibt es dafür ressourcenschonendere Alternativen?
- Nach Recyclinganteilen in Gummi- und Kunststoffkomponenten fragen
- Nachweisen und Zertifikaten zum Materialeinsatz anfragen
- Alternative Materialvarianten bei Ausschreibungen ausdrücklich anfragen
- Nachhaltigkeitskriterien bereits bei der Angebotsbewertung berücksichtigen
Regenwasser nutzen:
Besonders beim klassischen Ziegelmehlplatz entsteht ein großer Teil der Umweltwirkungen während der Nutzungsphase. Ausschlaggebend ist vor allem die Bewässerung mit Leitungswasser. Die Studie zeigt, dass die Infrastruktur zur Bereitstellung von Trinkwasser die Umweltbilanz maßgeblich beeinflusst.
Daher wird empfohlen alternative Wasserkonzepte stärker in den Blick zu nehmen. Beim klassischen Ziegelmehlplatz zählt die Bewässerung mit Leitungswasser zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Umweltbilanz. Die Studie zeigt, dass dadurch ein erheblicher Teil der Umweltwirkungen in der Nutzungsphase entsteht.
Das können Vereine konkret tun:
Besonders beim klassischen Ziegelmehlplatz entsteht ein großer Teil der Umweltwirkungen während der Nutzungsphase. Ausschlaggebend ist vor allem die Bewässerung mit Leitungswasser. Die Studie zeigt, dass die Infrastruktur zur Bereitstellung von Trinkwasser die Umweltbilanz maßgeblich beeinflusst.
Daher wird empfohlen alternative Wasserkonzepte stärker in den Blick zu nehmen. Beim klassischen Ziegelmehlplatz zählt die Bewässerung mit Leitungswasser zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Umweltbilanz. Die Studie zeigt, dass dadurch ein erheblicher Teil der Umweltwirkungen in der Nutzungsphase entsteht.
Das können Vereine konkret tun:
- Kann unser Verein den Wasserbedarf langfristig unabhängiger von der kommunalen Trinkwasserversorgung decken?
- Regenwasser über Zisternen sammeln
- Bestehende Dachflächen zur Wassergewinnung nutzen
- Wasserspeicher bei Platzsanierungen mitdenken
- Frühzeitig die Wasserversorgung als Teil des Gesamtprojekts planen
Pflege optimieren:
Die Lebensdauer eines Platzes hat großen Einfluss auf dessen Umweltbilanz. Je länger ein Belag genutzt werden kann, desto stärker verteilen sich die Umweltwirkungen von Herstellung und Bau auf die tatsächlichen Nutzungsstunden.
Deshalb ist Pflege nicht nur eine Frage der Platzqualität, sondern auch der Nachhaltigkeit.
Das können Vereine konkret tun:
Die Lebensdauer eines Platzes hat großen Einfluss auf dessen Umweltbilanz. Je länger ein Belag genutzt werden kann, desto stärker verteilen sich die Umweltwirkungen von Herstellung und Bau auf die tatsächlichen Nutzungsstunden.
Deshalb ist Pflege nicht nur eine Frage der Platzqualität, sondern auch der Nachhaltigkeit.
Das können Vereine konkret tun:
- Tun wir heute genug, um die Lebensdauer unserer Plätze möglichst lange zu erhalten?
- Pflegeintervalle konsequent einhalten
- Frühzeitig Schäden beheben
- Sanierungen nicht erst bei starken Mängeln durchführen
- Verantwortlichkeiten für die Platzpflege klar festlegen
Auslastung erhöhen:
Eine der zentralen Erkenntnisse der Untersuchung ist der Einfluss der Nutzungsintensität auf die Umweltwirkung eines Platzes. Je mehr Spielstunden ein Platz über seine Lebensdauer ermöglicht, desto geringer fallen die Umweltwirkungen pro Nutzungsstunde aus.
Insbesondere bei ganzjährig nutzbaren Belägen bietet dies zusätzliche Potenziale.
Das können Vereine konkret tun:
Eine der zentralen Erkenntnisse der Untersuchung ist der Einfluss der Nutzungsintensität auf die Umweltwirkung eines Platzes. Je mehr Spielstunden ein Platz über seine Lebensdauer ermöglicht, desto geringer fallen die Umweltwirkungen pro Nutzungsstunde aus.
Insbesondere bei ganzjährig nutzbaren Belägen bietet dies zusätzliche Potenziale.
Das können Vereine konkret tun:
- Können wir die vorhandene Infrastruktur besser nutzen, bevor wir zusätzliche Plätze bauen?
- Trainingszeiten besser verteilen
- Freie Kapazitäten für neue Zielgruppen öffnen
- Winterspielangebote ausbauen
- Kooperationen mit Schulen oder anderen Vereinen prüfen
- Buchungssysteme nutzen, um Leerzeiten sichtbar zu machen
Fazit
Die Untersuchung zeigt, dass unterschiedliche Beläge unterschiedliche Umwelt-Hotspots aufweisen und Vereine ihre Entscheidung an den eigenen Zielen ausrichten sollten. Wer Wasser sparen, ganzjährig spielen, Pflege reduzieren oder Ressourcen schonen möchte, wird je nach Ausgangslage zu unterschiedlichen Lösungen kommen. Die Studie liefert dafür erstmals eine wissenschaftlich fundierte Orientierung.