Hallenarten

Tennis ist ein Ganzjahressport. Doch vielerorts fehlen geeignete Hallen, besonders im Winter. Vereine stehen vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur zu sichern, Mitglieder zu binden und die Jugendarbeit wetterunabhängig zu gestalten. Ob Traglufthalle, Leichtbauhalle oder feste Tennishalle: Jede Bauform bringt eigene Chancen und Herausforderungen mit sich.

Hallenarten

Dauerhafte Hallen in Massivbauweise mit hoher Ausstattungsqualität. Tragwerk meist aus Stahl oder Holz, mit gedämmten Wänden und Dach.
 


Vorteile:

  • Ganzjährig nutzbar – unabhängig von Wetter und Temperatur
  • Gute Energieeffizienz bei moderner Bauweise (z. B. Wärmepumpe, PV-Anlage, LED-Beleuchtung)
  • Langlebig

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten 
  • Energieaufwand im Winterbetrieb (Heizung)
  • Lange Bauzeit
Eine Traglufthalle ist eine aufblasbare Membran, die durch leichten Luftüberdruck stabil gehalten wird. Sie wird meist über bestehende Tennisplätze gespannt. Man kann Traglufthallen in nahezu jeder benötigten Größe beschaffen, von Einzelplatz bis zu mehreren Plätzen unter einer Kuppel.

Vorteile: 
  • Nutzung von Außenplätzen im Winter 
  • Geringere Anschaffungskosten
  • Schneller Auf- und Abbau
Nachteile: 
  • Hoher Energiebedarf (Heizung, Gebläse)
  • Laufende Betriebskosten (Wartung, Lagerung etc.)
  • Abhängig von externer Infrastruktur (z. B. Strom)
Modulare Hallen mit festem Tragwerk (Holz oder Stahl) und leichten Verkleidungen (z. B. textile Dachmembran, Sandwichpaneele). Sie sind meist ganzjährig nutzbar.

Vorteile: 
  • Erweiterbar, ggf. versetzbar
  • Niedrigere Betriebskosten als eine Traglufthalle
  • Kürzere Bauzeit als eine feststehende Tennishalle
Nachteile: 
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Längere Bauzeit
Wen das Thema Hallenbau noch intensiver interessiert, dem empfehlen wir einen Blick auf die Website des Hessischen Tennis-Verbands (HTV). Im Dezember 2024 fand dort ein umfassendes Hallensymposium statt. Dort findest du vielseitige Informationen rund um den Hallenbau, egal ob feststehende Hallen oder temporäre Freiluftlösungen, sowie spannende Berichte über erfolgreiche Vereinsprojekte und zukunftsfähige Modelle aus der Praxis.

Feststehende Halle vs. Traglufthalle

Was ist nachhaltiger: Traglufthalle oder feste Halle?

Eine Projekt- und Forschungsfallstudie hat sich 2022 mit einer vergleichenden Analyse von Umwelt- und Klimawirkung von Traglufthallen und feststehenden Tennishallen beschäftigt. Dabei wurden sowohl die Emissionen durch Herstllung, Nutzung und Entsorgung berücksichtigt. Das Ergebnis: Beide Hallentypen verursachen ähnliche Gesamtemissionen.
Der CO₂-Fußabdruck der Traglufthalle beträgt 16.919kg CO₂eq, während die feststehende Halle bei 19.724 kg CO₂eq liegt. Die Differenz von rund 2.805kg CO₂eq entspricht einem Unterschied von etwa 14%. Dieser Wert liegt in einem Bereich, der als moderat, aber nicht ausschlaggebend einzustufen ist, zumal andere Faktoren wie das Energiekonzept, die Nutzungsintensität oder der Standort diesen Unterschied überkompensieren oder verstärken können.
  • Die Traglufthalle punktet mit geringeren Bauemissionen, verursacht jedoch durch ihren schlechten Wärmeschutz deutlich höhere Heizkosten pro Nutzungsmonat. Sie ist klimafreundlicher und deutlich günstiger in der Herstellung, bei realistischen Betriebszeiträumen kann sie ökologisch sogar vorteilhafter sein.
  • Die feste Halle verursacht beim Bau mehr CO₂ und bindet deutlich mehr Ressourcen, überzeugt jedoch durch bessere Dämmung und effizienteren Dauerbetrieb.
Rein ökologisch betrachtet sind beide Varianten nahezu gleichwertig. Für den Tennissport kann die Traglufthalle eine nachhaltige, flexible und wirtschaftlich attraktive Alternative darstellen, besonders für Vereine mit saisonalem Bedarf. Ausschlaggebend für die Entscheidung sollten Vereinsgröße, Nutzungsverhalten, Budget und Standortbedingungen sein.

Quelle: "Analyse der Umwelt- und Klimawirkung Vergleichende Ökobilanz einer Traglufthalle im Vergleich zur konventionellen Halle" (Offenbacher, Kessler, Hoppe & Freund, 2022)

Entscheidungshilfen für den Hallenbau

Bei der Auswahl der richtigen Hallenart spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:

  • Nutzungsdauer & Flexibilität: Soll die Halle ganzjährig genutzt werden oder nur im Winter? Eine feststehende Halle bietet Komfort, eine Traglufthalle mehr Flexibilität, eine Freilufthalle ein natürliches Spielgefühl
  • Investitions- und Betriebskosten: Neben den Baukosten zählt auch, was die Halle langfristig kostet:  Strom, Wartung, Heizung, Instandhaltung
  • Förderfähigkeit & Zukunftssicherheit: Förderprogramme wie z. B. das „Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten“ oder Landesmittel unterstützen nachhaltige Bauweisen
  • Nachhaltigkeit & Energieeffizienz: Wie viel Energie braucht die Halle im Betrieb? Können wir mit Photovoltaik, Wärmepumpe oder LED-Technik den Verbrauch senken?

Erfolgsmodelle